KATALOGSPRACHE - Schon verstanden?

ESSEN
Kontinentales Frühstück: ist nichts für Hungrige. Aufgetischt wird schlicht und einfach eine abgespeckte Version des normalen Frühstücks.
Bei geringer Belegung Menüwahl: Wer in der Vor- oder Nachsaison in diesem Hotel bucht, dem kann es passieren, dass er statt opulent beschriebener Büffets, lediglich eine begrenzte Wahl von Gerichten vorgesetzt bekommt. Das spart dem Hotelier viel Geld.
In anderen Ländern werden Speisen oft anders zubereitet als bei uns: Mit dieser Formulierung schützt sich der Veranstalter vor Klagen wegen schlechten Essens.
FLUG
Direktflug: bedeutet nicht Nonstopflug. Zwischenlandungen sind möglich.
HOTEL / HOTELLÄRM / ANIMATION
Von Junggesellen bevorzugt: Solche Hotel-Beschreibungen findet man nur noch selten, aber es gibt sie noch. Vorzugsweise in Ländern, für die Prostitution eine wichtige Einkommensquelle ist. Wer also auf käuflichen Sex nicht steht, der meidet diese Etablissements.
Bei deutschen Gästen sehr beliebt: Achtung, hier schaut alles aus wie in Wanne-Eikel, aus dem Hotel hat man alles, was landestypisch ist, sorgfältig entfernt.
Beliebtes Strandhotel mit internationalem Publikum: Hier sind deutsche Urlauber auf keinen Fall unter sich. Wer also gar kein Englisch spricht, kommt sich leicht verloren vor.
Idyllisches Hotel in ruhiger Lage: Man kann es auch so übersetzen – „total abgelegen, weit und breit nichts los“.
Pool beheizbar: Dass ein Schwimmbecken beheizbar ist, bedeutet noch lange nicht, dass es auch beheizt wird. Es heißt aber auch, dass das Reiseziel Jahreszeiten hat, wo Schwimmbecken im Freien eben auch beheizt werden müssen.
Meerseite: Hat ein Zimmer Blick zur „Meerseite“ kann man davon ausgehen, dass zwischen Meer und Blick noch einige Häuser dazwischen stehen. Wer ungestörte Sicht aufs Nass wünscht, der muss auf „Meerblick“ achten!
Direkt am Meer: Auch so eine verführerische Beschreibung von der Hotellage ... Aber bedenken Sie, das Haus ist in diesem Fall wirklich am Wasser, muss aber keinen Zentimeter Strand vorweisen!
Besonders geeignet für Familien und Gäste, die unberührte Natur dem Trubel der großen Touristenzentren vorziehen: Klingt nach jeder Menge Moskitos, viel Grün und gar nix los.
Legeres Hotel mit ungezwungener Urlaubsatmosphäre: Achtung, wenn Sie derartige Beschreibungen lesen, gerade bei thailändischen Hotels, kann man das auch so verstehen: In diesem Hause wird nicht so sehr darauf geachtet, wen der Gast mit aufs Zimmer nimmt. Sie müssen also damit rechnen, dass in diesem Hotel ganz „leger“ Prostitution geduldet wird.
Die Behandlungsart steht hier im Vordergrund, nicht die technische Ausstattung: Derlei Sätze findet man oft in Hotels fern von Europa, die Wellness-Programme und Ähnliches anbieten. Was der Veranstalter sagen will: keine Angst, auch wenn das Behandlungs-Center nicht ganz steril und mit modernstem Gerät ausgestattet ist.
Kurzer Flughafentransfer: Super, wenn das Hotel nur Minuten vom Flughafen entfernt ist. Aber: Das bedeutet auch, dass mit Flugzeuglärm gerechnet werden muss. Nur ein Trost bleibt da: Man ist ja schnell wieder am Airport, um abzureisen.
Zentrale Lage: Oropax einstecken, dieses Hotel kann auch an einer mehrspurigen Hauptstraße liegen.
Familiär: Bisweilen auch „familiäre Atmosphäre“ genannt, heißt oft, dass das Haus nicht gerade neu und ein wenig abgewohnt ist. Zudem ist mit Kindern zu rechnen – und die geben ja manchmal Geräusche von sich ...
Lebhaft und ideal für aktiven Urlaub: Das Hotel liegt bestimmt in einem lauten Touristenviertel, wo sich Vergnügungssüchtige die ganze Nacht um die Ohren schlagen. Wer also nicht nur feiern und trinken will, der meidet ein so beschriebenes Haus.
Lebhaft: Vorsicht, wenn es sich um ein „lebhaftes“ Hotel oder einen ebenso beschriebenen Ort handelt. In diesem Fall ist das Wort ein Ersatz für „laut“.
Quirlig: Wenn Veranstalter nicht den Begriff „lebhaft“ für „laut“ benützen, dann schreiben sie gerne „quirlig“. Klingt das nicht netter?
Wöchentliche Animation: Einmal in der Woche findet was statt, aber an sechs anderen Tagen eben nicht.
Viele Unterhaltungsangebote und Anlagen werden auch gerne von Einheimischen besucht: Es handelt sich nicht nur um ein reines Touristenhotel, sondern um ein Haus, das auch von Einheimischen besucht wird. Wer also als Urlauber unter Urlaubern bleiben will, der bucht hier nicht.
Regelmäßiges Unterhaltungsprogramm: Regelmäßig kann auch heißen, dass nur einmal in der Woche etwas stattfindet. Es handelt sich also mit großer Sicherheit um ein Hotel für Leute, die nicht jeden Abend bis zum Abwinken tanzen wollen.
Gelegentliche Disco-Abende: Dieses Hotel ist nur etwas für Schnarchsäcke. Junge Leute sind vermutlich kaum zu finden.
Viele Unterhaltungsangebote und Anlagen werden auch gerne von Einheimischen besucht: Es handelt sich nicht nur um ein reines Touristenhotel, sondern um ein Haus, das auch von Einheimischen besucht wird. Wer also als Urlauber unter Urlaubern bleiben will, der bucht hier nicht.
Nur 15 Minuten zum Strand: Solange Ihnen niemand sagt, wie Sie dort hinkommen, ist diese Aussage nichts wert. Denn es ist schließlich ein Unterschied, ob Sie bis zum Strand 15 Minuten laufen oder mit dem Auto fahren müssen.
Der Strand ist öffentlich: Übersetzt heißt das, dass der Strand nicht gereinigt wird.
Naturbelassen: Wenn der Strand als „naturbelassen“ beschrieben wird, freuen Sie sich nicht zu früh über eine romantische Idylle. In diesem Fall ist dies nur eine elegante Art des Veranstalters zu sagen, dass der Strand nicht gereinigt wird und er deswegen nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.
Nur durch die Uferstraße vom Strand getrennt: Das Hotel liegt zwar nicht weit vom Strand entfernt, aber leider sagt der Veranstalter nicht, ob es sich bei der Uferstraße um eine vierspurige Autobahn handelt.
Badeschuhe nicht vergessen: Werden Badeschlappen empfohlen, kann dies nur heißen, dass der Strand voller spitzer Steine und Muscheln ist. Ist also nichts für nackte zarte Babyfüße.
Nicht nur für Strandwanderungen werden Badeschuhe empfohlen: Die Aufforderung Badeschlappen einzupacken, heißt, dass der Strand mit kantigen und scharfen Objekten übersät sein kann. Er wird also nicht regelmäßig gereinigt.
ORT
Professionell aufgezogenes Touristenzentrum: Landestypisches Flair können Sie getrost vergessen. Dafür warten Geschäfte, Kneipen, Lokale und Tanzschuppen auf zahlende Klientel. An einem solchen Ort sind Pizza, Würstchen und deutscher Filterkaffee leichter finden als gut zubereitete Landesgerichte.
Aufstrebende Orte: Aufstrebend sind in diesem Fall oft nur die Baustellen, denn es handelt sich um einen jungen, dynamischen Urlaubsort, in dem noch jede Menge Hotels entstehen. Baulärm und das ständige Geräusch von Presslufthammern sind oft die Folge.
Weiterhin ist man bemüht, die Infrastruktur zu verbessern: Bis es jedoch so weit ist, kann die Kanalisation aufgerissen werden, können Baulärm und Baugruben die Idylle beeinträchtigen und es kann zu Stromausfällen kommen.
Die Insel ist tagsüber ein gern besuchtes Ausflugsziel: Wenn Sie sich diese Insel auserkoren haben, dann müssen Sie während des Tages damit rechnen, dass die Bevölkerung stundenweise anschwillt, auch in Ihrem Hotel Terrassen und Lokale belegt und erst gegen Sonnenuntergang wieder abzieht.
Hotellerie und Organisation bieten noch nicht den Standard der Nachbarländer: Klingt wie die Warnung „Vorsicht, Entwicklungsland“! In diesem Fall ist von Vietnam die Rede, und der Veranstalter schützt sich mit dieser Aussage gegen Pannen bei der Durchführung einer Reise.
ZIMMER
Zweckmäßig: Oh, oh, bei einem solchen Adjektiv dürfen Sie zwar erwarten, dass Ihr Zimmer alles hat, was man braucht, aber ästhetische Ansprüche sollten Sie streichen.
Drei-Bett-Zimmer: In den wenigsten Fällen werden drei solide Betten angeboten. Stattdessen handelt es sich bei der dritten Schlafgelegenheit meist um ein Klappbett.
Es liegt im Ermessen des Hoteliers, wann die Klimaanlage eingeschaltet wird: Stellen Sie sich darauf ein, das Hoteliers in heißen Ländern nicht so schnell ins Schwitzen kommen wie Sie.
Die Einteilung der Zimmer obliegt dem Hotelier: Wer eine bestimmte Zimmerkategorie bucht, hat auch Anspruch darauf. Allerdings verweist ein Satz wie dieser darauf, dass die Einteilung der Zimmerkategorien jeweils Sache des Hotels ist. Sterne und Zimmerkategorien sind kein internationaler Standard, sondern werden von Land zu Land unterschiedlich festgelegt.
Die Mitnahme eines Moskitonetzes ist empfehlenswert: Igitt, lauter Mücken und Moskitos! Das verheißt unruhige Nächte, in den Tropen sogar potenzielle Malariagefahr! Und dem Hotelier ist es egal.

 

 
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